Stadt: Der Kirchhof

Der Kirchhof

Keimzellen der Stadt Hattingen waren neben dem bereits um 990 erwähnten Reichshof mit seinen anhängenden Gütern der erhöht liegende Kirchplatz mit seiner späteren Georgskirche. 1005 schenkte Kaiser Heinrich II. der Abtei Deutz den Reichshof Hattingen. 1019 wird in einer weiteren Urkunde auch eine Kirche in Hattingen erwähnt, die wohl schon auf dem heutigen Kirchplatz lag.

1415 behanden Hentze Vroene und Hannes Schwarte, "templeirs ind kerckmester" der Kirche zu Hattingen für eine Wachsrente Arnd Botterman und seine Frau mit einer "kameren". Dieses Gebäude hatten sie auf dem Kirchhofe neben dem Speicher von Heinrich auf dem Weinhaus errichtet; es war "getymmert".

1517 stiften Johan Kremer achter der Halle und Hille, seine Ehefrau, die Wohnung im Nockenhaus am Kirchhofe zur Ausstattung des Altars "St. Crucis vf Beenhauß".

1545 wurde das "Ludemhauß hinderm leiden Gotts vfm kirchhoffe zu Hatneggen getimmert". Diese Bildgruppe soll noch 1615 auf dem als Begräbnisplatz dienenden Kirchhof gestanden haben.

Nachdem der Kirchhof für die durch den 30-jährigen Krieg stark belastete Stadt zum Begräbnis der Toten nicht mehr ausreichte, hielt man bei der Witwe von Heiden an, man möge ihnen zur "erweitterungh des kirchoffs die beiden heuseren, gelegen baven der schulen und zwischen der röster vberzulaßen". Die Witwe von Heiden kam dieser Bitte nach und übertrug "dan gleichfals zu dem platz auch alles darauf stehende gebau erblich zum gottesdienst und kirchoff". 1627 wurden die beiden Speicher abgebrochen.

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Christian Hartmann: Hattingen-Historisch