Bergische Stüber zwischen 1736 - 1806 - Geschichte

Rückblick

1521 kam es zur Vereinigung der Herzogtümer Berg-Kleve-Mark-Jülich und der Grafschaft Ravensberg. Mit dem Tod des kinderlosen Johann Wilhelm I. kam es 1609 zum Jülich-Klevischen Erbfolgestreit, in dessen Folge Jülich-Berg (ohne Ravensberg) 1614 an die Herzöge von Pfalz-Neuburg fiel.
Im weiteren Geschichtsverlauf fiel Jülich-Berg an Pfalz-Sulzbach (1742) und an Kurbayern (1777). Am 15.03.1806 fiel Jülich-Berg durch einen Ländertausch an Napoleon, der seinen Schwager Joachim Murat als neuen Landesherren einsetzte.
Unter ihm wurde das Land als Großherzogtum Berg ein napoleonischer Satellitenstaat, er erlosch 1813 in der Völkerschlacht von Leipzig (16.10. bis 19.10.1813).
1815 ging das Gebiet an Preußen, wurde 1822 Teil der Rheinprovinz und gehört seit 1946 zu Nordrhein-Westfalen.


Einführung des Stüber als Währung im Bergischen Land

Karl III. Philipp (Pfalz) 1716 - 1742 hat in seiner Amtszeit im Bergischen Land ab etwa 1736 die Stübermünzen eingeführt. Die wohl aus dem niederländischen Raum bekannte Stüber- und Talerwährung blieb dem Bergischen Land bis 1806 erhalten und endete unter Joachim Murat.

Die Zeit der Stüberwährung

Unter folgenden Herrschern gab es im Bergischen Land die Stüber- und Talerwährung:

Herzog von Berg / Karl III. Philipp (Pfalz) 1716 - 1742
Weitere Ämter:
Kurfürst von der Pfalz, Herzog von Jülich, Herzog von Pfalz-Neuburg, Graf zu Megen, Herr von Ravenstein

Herzog von Berg / Karl Theodor (Pfalz und Bayern) 1742 - 1799
Weitere Ämter:
Markgraf von Bergen op Zoom, Herzog von Pfalz-Sulzbach, Kurfürst von der Pfalz, Herzog von Pfalz-Neuburg, Herzog von Jülich, Kurfürst von Bayern

Herzog von Berg / Maximilian I. Joseph (Bayern) 1799 - 1806
Weitere Ämter:
Graf von Rappoltstein, Herzog von Pfalz-Zweibrücken, Kurfürst von Bayern und der Pfalz, Herzog von Pfalz-Neuburg, Herzog von Pfalz-Sulzbach, König von Bayern, Herzog von Salzburg

Herzog von Berg / Joachim Murat 1806-1808

Auch die Erzbischöfe von Köln (zugleich auch Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation) schlugen zu dieser Zeit den Stüber:

Erzbischof von Köln / Clemens August von Bayern 1723–1761
Weitere Ämter:
Propst von Altötting, Fürstbischof von Regensburg, Fürstbischof von Hildesheim, Fürstbischof von Münster, Fürstbischof von Paderborn, Fürstbischof von Osnabrück, Hochmeister des Deutschen Ordens

Erzbischof von Köln / Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels 1761-1784
Weitere Ämter:
Fürstbischof von Münster
Das Verhältnis Stüber zu Taler variierte. So kamen wohl auf den
bergischen Taler 60 Stüber, auf den
preußischen Taler 78 Stüber und auf den
kölnischen Taler 96 Stüber.

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Christian Hartmann: Hattingen-Historisch