Ratsprotokoll vom 28.08.1647

Evert Trapman contra Obrist-Wachtmeister Borchart

Evert Trapman gibt an, daß unlängster tagen, als er nicht zu hause gewesen, der herr obrister -Wachtmeister Borchart bei seiner, Everts, hausfrauen begehren lassen, sie wollte ihm vergönnen, daß sein körn vor der Bruch­pforten über sein, klägers, kamp abfahren möchte, welches dann seine hausfrau ihm vergünstiget hätte, darüber dann wolgemelter Obr.-wachtmstr. durch seinen, klägers, zaun gebrochen, dadurch er mit dem korn gefahren, so er ihm nicht wieder zugemacht, durch welches fuhrloch dann seine, klägers, kuh von seinem kamp auf Borcharts kamp, wovon er den roggen gefahren, gangen, und also in der wittiben Fronen korn kommen und schaden darin getan, so durch unparteiische auf ein malterskorn geschätzt, wofür ihm, Klägeren, seine kuh geschützt stände, bat also herrm obrist-wachtmeister, als durch welchen dieser schaden verursacht, zur Schadloshaltung anzuhalten, und daß ihm seine kuh restituirt werden möchte.

Obristwachtmeister praesens war nicht geständig, daß der geschehene schade von ihm herkomme, und obwohl die kuh durch das aufgebrochene loch auf seine stoppeln kommen, so wäre doch die kuh durch einen zäun, so zwischen ihm und des Fronen lande stände, gekommen, also ihm nicht auferlegt werden könne, daß er den schaden erset­zen solle, angesehen er auch solches zu tun nicht schuldig. Trapman zeigt hiergegen an, wenn der Obristwachtmeister ihm das aufgebrochene hohl wieder zumchen lassen, wäre seine kuh auch auf seinem kamp geblieben und den scha­den nicht getan, bat also nochmals wie gebeten. Borchardt repetirte hiergegen sein voriges und konnte sich zu keinem schaden zu bezahlen nicht einlassen.

Bescheid:

Weil nicht anders erspüret werden kann, als daß durch das aufgebrochene und nicht wieder zugemachte holl der schaden verursachet worden, so ist dem stadtdiener befohlen, dem herrn obristwachtmeister ßorchart, weil derselbe abgegangen, anzudeuten, daß sich des Schadens halber mit der Fronschen abfinde, damit klüger dann seine kuh restituiret werden möge, und weil Evert sich verpflichtet, dafern er dieses auf ßorchart nicht bringen könnte, so wollte er sich mit der wittiben Frone in der gute abfinden, also ihm in so weit die kuh restituiret worden, dergestalt aber, dafern dieses verzögert werden sollte , daß alsdann Evert die kuh bis zur abdracht wiederum zur platz restituiren solle und wolle.

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Christian Hartmann: Hattingen-Historisch