Ratsprotokoll vom 30.01.1630

Herman Hackert und Jürgen Cremer von Herbede contra Conraden Nunnenberg

Klägere sagen, daß sie beklagten, daß er wegen verkaufter Wullen ihnen etliche und 32 rth. schuldig verblieben, und weil die bezahlung auf Martini nit geschehen wie abgesprochen, also baten sie, beklagten nunmehr zur bezahlung anzuhalten.

Beklagter gestehet zwar dieser schuld, zeiget aber dabei an, daß die verkaufte wulle nit kaufmannsgut gewesen, sondern wider versprechen dermaßen undüchtig befunden, daß er zu Cöln an jedem stein, so 68 steine gewesen, 1 ort cölnisch verlieren und nachgeben müssen, wäre darum mitnichten schuldig, den daraus entstandenen schaden zu tragen.

Klägere tuen dessen keinen gestandt.

Bescheid:

Dafern beklagter allegierten schaden, daß die verkaufte wulle nit aufrichtig und gegen ihr versprechen kein kaufmannsgut gewesen, aus den Ursachen auch schaden an derselben erlitten, also wird ihm hiermit auferlegt, solches der gebühr innerhalb 14 tagen zu beweisen, oder aber bei verbleibung dessen die gestandenen 32 rth. klägern zu bezahlen auferlegt.



Martini =Martinstag, 11. November,
allegierten =angeführten, vorgebrachten

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Christian Hartmann: Hattingen-Historisch