Adelssitze: Das Weinhaus der Stadt

Ein wichtiger Platz in der Stadt war von jeher die erhöhte Stelle am Markt, von der aus Ober- und Untermarkt übersehen werden konnten und auf dem bei der Besiedlung des städtischen Grundes die Krämer ein eigenes Wohnviertel errichteten. Schon früh wird an dieser Stelle das Weinhaus genannt, lange bevor Hattingen das Recht des Weinzapfs im Jahre 1406 erhielt. Die Bewohner dieses Hauses nahmen stets im Rat der Stadt eine besondere Stellung ein und stellten wiederholt den Bürgermeister. Auch die Richterfamilie von Engenhusen war zeitweilig Besitzer des Platzes. Auf der Sohlstelle des Hauses entstand am Anfang des 18. Jahrhunderts für die reformierte Gemeinde Hattingens aus Sand­steinen, die man aus Steinbrüchen der Umgebung herangeholt hatte, die St. Johannis-Kirche, die im Jahre 1728 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Nach der Gründung der Landeskirche im Jah­re 1817 diente sie der evangelischen Gemeinde zum Frühgottesdienst und zu besonderen Feiern. In den Märztagen des Jahres 1945 wurde sie mit den Gebäuden des alten Stadtteils Krämersdorf zerstört. Nur der Turm blieb erhalten.

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Christian Hartmann: Hattingen-Historisch