Adelssitze: Landadelssitz Backwerth

In den ältesten Flurbezeichnungen der Hattinger Stadtfeldmark taucht hin und wieder der Name "Backwerths Feld" oder "Im Backwerth" auf. Damit sind einige der spärlichen urkundlichen Erwähnungen eines der ältesten Landadelssitze im Hattinger Raum gegeben. Auch dieser Platz kann heute nicht mehr eindeutig festgelegt werden. Die Anlage des Bahnhofs Hattingen und der angrenzenden Industriebauten hat seine letzten Spuren im Boden der Heimat verwischt. Auch in der mündlichen Überlieferung ist die Flurbezeichnung bereits verschwunden. Eine Andeutung auf die etwaige Lage des alten Siedlerplatzes finden wir in einer Akte des Stadtarchivs. Da wird in einem Bericht über die Stadtfeldmark der Steinkamp neben dem Backwerth als zu diesem gehörig genannt. Damit wäre die Sohl­stelle des Hauses auf dem jetzigen Bahnhofsgelände in der Nähe der Ruhr zu suchen.

Lehnsherr des Hauses war im 14. Jahrhundert der Graf von Bentheim. Nachweislich saß in den Jahren 1361 - 1418 das Geschlecht derer von Vitink darauf. Märker erwähnt in seiner Chronik Heinrich Vitink und beschreibt auch sein Wappen. Es zeigte im weißen Felde zwei schräge, schwarze Balken mit drei gelben Schellen, dem Wahrzeichen derer von Vitinkhoff, genannt Schele. Die adeligen Besitzer waren auch in den Bauerschaften begütert, z. B. gehörte ihnen der Hof zu Bredenscheid. Die Herren im Backwerth sandten auch als Angehörige des Deutschen Ordens wiederholt streitbare Männer in den Osten, wo sie in den Annalen des Deutschen Ordens genannt werden. Am Anfang des 15. Jahrhunderts erwarben die Herren von Galen das adelige Haus, die das zugehörige Land zerstückelten und an einzelne Grundbesitzer verkauften. So kamen Teile an das Haus Clyff, andere an das Ratsherren-und Richtergeschlecht von Engenhusen in Hattingen. Das Haus mit den zugehörigen Gebäuden aber wurde nicht mehr benutzt und sank rasch in Tümmer. Eine neue Zeit hat auch die letzten Spuren verwischt.

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Christian Hartmann: Hattingen-Historisch