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Hattinger Burgen

 

Die Isenburg

Burg Blankenstein

Graf Adorf von Altena (1191-1249), ein Vetter des Isenbergers, der sich später nach einem altenaischen Oberhof bei Hamm " Graf von der Mark" nannte, beteiligte sich an der Vollstreckung der Reichsacht gegen den Isenberger auf der Kölner Seite. Er wurde dafür mit dem größten Teil der isenbergischen Besitzungen von dem Nachfolger Engelberts belehnt, der als Herzog von Westfalen gleichzeitig die Erlaubnis zum Bau der Burg Blankenstein an der Ruhr erteilte.

So sehr es dem Grafen Adolf von der Mark und seinem ersten Burgdrosten Ludolf von Boenen als Befehlshaber der Streitkräfte in diesem Landesteil darauf ankam, einen festen Stützpunkt zu gewinnen, ließ dennoch die gebotene Eile damals keine Zeit zu umfangreichen Anlagen oder Ausschmückungen.

Damals floss die alte Ruhr noch am Fuße des Burgberges und gestattete, solche Teile von der zerstörten Isenburg nahe heranzubringen, also behauene Quader für die Torecken, die Kanten an den Mauern und Fenstern. Vielleicht ließ der Graf auch einen besonderen Stein als symbolisches Kennzeichen der Unterwerfung herüberholen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Überlieferung, die Burg Blankenstein sei aus Trümmern der Isenburg errichtet worden, bis heute gehalten hat. Es ist aber sicher, dass die Masse der Steine zum Bau der Burg Blankenstein beim Ausbrechen der Burggräfte des damals etwa 25m tiefen Halsgrabens angefallen ist. Graf Engelbert I., der von 1249-1277 regierte, erweiterte die Festungsanlagen. Durch seinen Drosten Bernd Bitter ließ er den „Graf-Engelbert-Turm“ erbauen, der aber schon etwa 300 Jahre später wieder abgerissen werden musste. In dieser Zeit scheint auch die Burgkapelle entstanden zu sein. Am Pfingstfest des Jahres 1321 empfing Graf Engelbert II. die Abgesandten Bochums und überreichte ihnen die Urkunde, die Bochum die Stadtrechte erteilte. In der Folgezeit war das Leben der tapferen Burgmannen ausgefüllt mit vielen Fehden. Da war zunächst Graf Engelbert III. (1347-1391), und dessen kampflustiger Nachfolger Graf Dietrich (1391-1398), die ihren Truppen selten Ruhe gönnten. Die bauliche Vollendung der Burg fällt in die Zeit des Grafen und Herzogs Adolf III. (1398-1448). Unter seiner Herrschaft wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts ein neues Herrenhaus im Innenhof der Burg errichtet. Sein Sohn, Herzog Johann I. von Kleve, erhielt 1461 das volle Verfügungsrecht über die Grafschaft Mark. Er verpfändete Burg und Amt Blankenstein an den Drosten Kracht Stecke. Nach dessen Tod übernahm sein Sohn Johann das Drostenamt. Zu dieser Zeit stürzte die Prunksucht des Herzogs Johann II. das Land in große Schulden. Mit der leeren Hofkasse hing es auch zusammen, dass die Burg immer baufälliger wurde und an einigen Stellen Ausbesserungen vorgenommen werden mussten. Als Johann Stecke 1494 die Burg verließ, um das Amt des Burggrafen von Dortmund zu übernehmen, wurde die finanzielle Situation keinesfalls besser. Auch unter den nachfolgenden Drosten und Grafen erreichte die Burg nie wieder ihre alte Bedeutung. Im Jahre 1614 besetzten erstmals seit bestehen der Festung feindliche, spanische Truppen die Burg Blankenstein. Mit dem 30-jährigen Krieg war es dann mit der Burgenherrlichkeit endgültig vorbei. Im Jahre 1637 wurde das Drostenamt an Johann Georg von Syberg übertragen. Sein Name hat in der Geschichte Blankensteins keinen guten Klang. Unter seiner Herrschaft verfiel die einst so stolte und ruhmreiche Burg immer mehr. Etwa 10 Jahre bewohnte er die Burg Blankenstein. 1647 verlegte er seinen Sitz nach seinem Erbgut, Haus Kemnade. Von hier aus sah er befriedigt zu, wie die Schäden an der benachbarten Burg immer deutlicher sichtbar wurden. Seine ganze Sorge galt dem Aufbau und der Befestigung seines Familienbesitzes Kemnade. So arbeitete er Jahr um Jahr auf die Beseitigung der schönsten Ruhrburg hin. Im Jahre 1662 endlich wurde auf Befehl des Kurfürsten Friedrich Wilhelm der Abbruch der Festung verfügt. Den viereckigen Schlossturm, der der Vernichtung widerstanden hatte, bewohnten von 1771 an die Familien Wolfshagen und Kortwich. Etwa im Jahre 1800 baute Wolfshagen aus den Steinen und Materialien der Burg ein Wohnhaus, unweit des Turmes, in dem seine Nachkommen wohnten. Kortwich verkaufte seinen Anteil im Jahre 1842 an den Kaufmann Forstmann. Im Jahre 1860 erwarb die Familie vom Stein das Burggelände und gründete hier eine Fabrik. Die Stadt Bochum, jetziger Besitzer der Burg Blankenstein, ließ notwendige Renovierungsarbeiten am Bergfried ausführen. Seit dem Frühjahr 1971 sind die Arbeiten abgeschlossen und der Turm ist wieder zu besteigen. nach oben

Die Isenburg

Die Isenburg bei Hattingen/Ruhr existierte nur 26 Jahre ( 1200 - 1226 ). Sie wurde nach dem "Mord an Erzbischof Engelbert" im Gevelsberger Wald geschliffen und nie wieder neu errichtet. Der Täter, Graf Friedrich von Isenberg, wurde mit dem Kirchenbann belegt und später in Köln gevierteilt. Seine riesigen Ländereien im Ruhrgebiet erhielt der Gewinner dieses Konfliktes, Graf von der Mark. Die nachfolgenden Daten sind meine eigenen Recherchen, die ich hier zur Verfügung stelle. Da das mich das Thema ISENBURG lange beschäftigte, widmete ich dieser Burg eine eigene Homepage: Die Isenburg

Im Jahre 1160 kam es zur 1. Teilung des großen Besitzes des Grafen Adolf IV. von Berg ( 1136 - 1160 ) unter seinen Söhnen Engelbert I.von Berg (1157 - 1189 )und Eberhard I.von Altena ( 1161 - 1174 ). Sie übernahmen damit jeweils getrennte Herrschaftsbereiche.

Engelbert I. bildete weiter die bergische, sein Bruder Eberhard I. begründete die Linie Altena. Um 1174 fand die nächste Erbteilung unter den Söhnen Eberhard´s statt. Aus den Nachkommen seines Sohnes Friedrich von Altena ( 1173 - 1198 ) entstand später das bedeutendste weltliche Herrscherhaus im südlichen Westfalen, die Grafen von der Mark. Sohn Arnold von Altena( 1173 - 1209 ) begründete mit dem Bau der Burg Isenberg im Jahre 1193 gemeinsam mit seinem Bruder Adolf, der zu dieser Zeit Erzbischof von Köln ( 1193 - 1205 ) geworden war, die isenbergische Linie.

Der Isenberg hatte damals sowohl strategisch als auch verkehrsgeografisch die ideale Lage. Er lag zwischen der Hauptstadt des Erzbischoftums Köln ( 50 km) und der Hauptstadt des Herzogtums Westfalen Soest (70 km) genau am damaligen Hiliciniweg ( Kleiner Hellweg ) und dem Fährhof am Ruhrufer.

Zudem befanden sich vor Ort alle Materialien zum Bau der Burg. Etwa im Jahre 1200 war die Burg Isenberg fertig. Ober- und Unterburg waren Ovale von je 120m Durchmesser!

Arnold´s Sohn Friedrich von Isenberg ( 1193 - 14.Nov.1226 ), der ursprünglich für den geistlichen Stand vorgesehen war, sollte als Spross dieser Altena-Isenberger Linie zu einer Schlüsselfigur der Geschichte werden. Früh schon hatte er bei seinem Onkel Adolf, Erzbischof von Köln, eine Domkanonikerstelle inne. Er verfügte über eigenes Vermögen und über Pfründe. Nach dem Tod seines älteren Bruders Eberhard übernahm er nach dem Tod seines Vaters im gleichen Jahr 1209 das weltliche Regiment der Linie Altena-Isenberg.

In den nächsten Jahren wirkte Friedrich von Isenberg aktiv in der Politik mit. Er befand sich u.a. im Jahre 1210/1211 mit Kaiser Otto in Capua, nördlich von Neapel. Weiter war er Zeuge wichtiger kaiserlicher Urkunden.

1214 heiratete er Sophie von Limburg, Tochter Walrams III., Herzog von Limburg/Maas. Nach längeren Aufenthalten in Köln, die zu dieser Zeit wichtigste Stadt Deutschlands, wechselte Friedrichs Aufenthaltsort ab 1216 zur Burg Novus Pons ( Nienbrügge ). Sie gehörte ebenfalls den Isenbergern und lag bei der gleichnamigen Stadt Nienbrügge.

Ab 1217 nannte sich Friedrich per Urkunde nur noch Graf Friedrich von Isenberg, ebenso sein jüngerer Bruder Dietrich, der Bischof von Münster werden sollte. Zu dieser Zeit zog Friedrich mit seiner Familie nach Hattingen zur Burg Isenberg um. Es erfolgten Umbauten am Palas sowie Ausbau der Unterburg zum Industriegelände (Eisenverarbeitung ).

Im Juli 1218 starb Graf Adolf V. von Berg (1187 - 1218) auf einem Kreuzzug gegen Ägypten im Nildelta. Es kam zum Streit um die Erbschaft der großen Grafschaft Berg. Erzbischof Engelbert von Berg (1218 - 1225), der jüngere Bruder Adolfs V., eignete sich widerrechtlich die Grafschaft an, obwohl sie Irmgard von Berg, der Erbtochter Adolfs V. zugestanden hätte. Sie war verheiratet mit Heinrich IV. Herzog von Limburg, dem Bruder der Gräfin Sophie von Isenberg. Demzufolge war auch Ehemann Friedrich von Isenberg gegen Engelbert.

Ab 1220 führte Erzbischof Graf Engelbert von Berg gegen die Limburger, Klever und Isenberger "Adelskrieg". Auch dem restlichen westdeutschen Hochadel passte die zentralistische Politik EB Engelberts nicht, da er dem Adel alte ,angestammte Rechte nahm. Hauptsächlich ging es darum, ererbten Vogteibesitz des Adels durch die Kirche zu enteignen. Vorsorglich hatte Graf Friedrich von Isenburg im Jahre 1221 in seiner großen Vogteirolle all seinen Grundbesitz schriftlich festgehalten.

Bis zum Jahre 1225 häuften sich Beschwerden der Äbtissin von Essen über den Vogt Graf Friedrich von Isenberg beim EB Engelbert. Auf einer Adelstagung Anfang November 1225 weigerte sich Graf Friedrich, seine ererbte Essener Vogtei an das Erzbischoftum Köln auch gegen Jahresrente zu übergeben. Am 07.November kam es dann am Hohlweg in Gevelsberg zu dem Überfall Graf Friedrichs von Isenberg auf seinen Vetter EB Engelbert von Berg.

Heute noch streiten sich Gelehrte und Laien, ob nur eine Geiselnahme des EB mit Freilassung gegen Lösegeld und weiteren Zugeständnissen oder von vornherein der Mord geplant war. Man nimmt an, dass die Gefangennahme an der fehlenden Selbstbeherrschung der Ritterschaft des Isenbergers scheiterte. An den Gebeinen EB Engelberts, die heute in der Schatzkammer des Kölner Domes liegen, sind noch 35 tödliche Schwertstreiche nachweisbar!

Am 08.November sollten die sterblichen Überreste EB Engelberts von Anhängern in seine Burg ( heute Schloß Burg bei Solingen ) überführt werden. Die Limburger - Isenberger Seite hatte schon reagiert, die Burg hatte Heinrich von Limburg besetzt. Dieser trat nun ab sofort das eigentlich von vornherein rechtmäßige Erbe über die Grafschaft Berg an. Da Heinrich von Limburg die Tore nicht öffnete, wurde die Leiche EB Engelberts in das Altenberger Kloster verbracht, wo sich heute noch das Herz in einem besonderen Schaugefäß befinden soll.

Erzbischof Heinrich von Molenark (1225 - 1238) hatte als Nachfolger Engelberts vom Kaiser und vom Papst alle Vollmachten zur Rache. Als Folge verliert Graf Friedrich von Isenberg, seit dem 07.Nov. 1225 auf der Flucht, durch Verhängung der Reichsacht sämtlichen Besitz, auch seine Brüder verlieren ihre Ämter als Bischöfe von Münster und Osnabrück. Die isenbergischen Burgen Novus Pons (Nienbrügge) und die Isenburg bei Hattingen wurden in der Zwischenzeit bis auf die Grundmauern geschliffen. Seinem Vetter Graf Adolf von Altena, der sich seit diesem Vorfall nur noch Graf von der Mark nannte und sichtlich entrüstet Partei für Heinrich von Molenark ergriff, gelang es, den isenbergischen Besitz zu übernehmen. Er war wohl auch entscheidend an der Zerstörung der Burgen beteiligt. Die Grafen von der Mark wurden in der Folgezeit das bedeutendste weltliche Herrscherhaus im südlichen Westfalen.

Zeitgenössischen Chronisten nach soll Graf Friedrich von Isenberg, als er mit seinen Brüdern bei der päpstlichen Zentralbehörde in Rom beim Papst vorsprach, Absolution ( = Befreiung !!!! ) vom Kirchenbann erreicht haben. Er wird jedoch auf der Heimreise in Lüttich erkannt, festgenommen und gegen Lösegeld an die Kölner Kirche verkauft.

Alle Einwände Graf Friedrichs, auch die Absolution des Papstes, halfen ihm nicht mehr! - Wie auch, seine Burgen waren zerstört, sein Landbesitz längst aufgeteilt - Am 14.November 1226, ein Jahr nach der Tat, wurde Graf Friedrich von Isenberg vor dem Kölner Severinstor gerädert und gevierteilt. Caesarius von Heisterbach (Chronist): "Als seine Arme und Beine und der Rücken mit dem Beil zerschlagen wurden, stieß er keinen Laut aus, sodass sich alle wunderten !"

Um den Wiederaufbau der Isenburg zu verhindern, erbaute Graf Adolf von der Mark in den Jahren 1227 - 1230 auf dem blanken Stein nahe der Isenburg mit diesem Material die Burg Blankenstein. Die Ansprüche Dietrichs von Isenberg, Graf Friedrichs Sohn, wurden später nach jahrelanger Erbfolgefehde auf ein Minimum reduziert. Er erhielt von seinem Onkel Heinrich von Limburg ein kleines, begrenztes Teritorium an der unteren Lenne ( heutige Hohenlimburg bei Hagen ). Er erbaute auch die "Neue" Isenburg auf einem Steilhang bei ESSEN im Jahre 1241/1242, die jedoch schon Anno 1244 zerstört wurde.

Der älteste Zweig des großen Altenaer Grafengeschlechtes war so zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken. nach oben